Veranstalter und Tourguide

In den 80ern startete meine Zeit am Lenker einer Enduro. Mit dem Motorrad den Duft von "Freiheit und Abenteuer" zu inhalieren, das hatte schon was. 
"Dein Herz ist ein kleiner Motor" fasste mal mein Bruder meine Begeisterung für den "Geländesport", wie Enduro damals hieß, zusammen.
Nach vielen Wettbewerben in  Deutschland, bin ich dann in den Neunzigern vermehrt in Frankreich gefahren. Wo bei uns das Fahrerlager einer Wohnwagenburg mit Zäunen aus Absperrband gleicht und dahinter die ein oder andere Dose Ravioli verspeist wird, buchen sich französische Endurosportler ein Zimmer mit Halbpension und sitzen abends am Tisch zusammen. Dieser Lebensart kann ich mehr abgewinnen.
Daneben arbeitete ich journalistisch mit Kamera und Notizblock im Off Road-Sport. Alle Wüsten-Rallyes inklusive Paris-Dakar durfte ich dabei begleiten und die Fahrkünste der Meister des Endurofahrens bewundern. Mitte der Neunziger organisierte ich Endurotouren im Zentralmassiv, die viele Anhänger fanden, siehe "Elektrisiert von natürlicher Schönheit". Sämtliche Mitfahrer waren angetan, jedes Jahr wurden es mehr. Auf dem Höhepunkt mit drei Gruppen, übergab ich den Lenker  an einen meiner Tourguides und Mitfahrer der ersten Stunde. 
Als ich einmal mit einer BMW GS 100 Streckenteile meiner Touren abfuhr, war ich begeistert, wie entschleunigend es sein kann, mit einer Reiseenduro in der Natur zu wandern. Dieses Erlebnis mit Gleichgesinnten zu teilen und sich bei einem Glas Wein auszutauschen, finde ich die schönste Nebensache der Welt. 

Mitte der Neunziger

Sven Markurt

Beim Trèfle Lozérien